Importkosten für Teile

Der Teile-Import aus den USA läuft in der Regel per Luftfracht und wird in US-Dollar abgerechnet. Die größte Herausforderung ist die Ermittlung des Transportgewichtes. Aber im Luftfrachtgeschäft gibt es noch weitere Faktoren, die die Kosten beeinflußen. Ich habe hier einige Punkte zusammengetragen die man wissen muß, wie die Abwicklung erfolgen kann und ob es sich lohnt den Import durch mich durchführen zu lassen.

Diese Infos brauchen Sie vom Verkäufer!

  • Hat der Verkäufer eine Firmenadresse, oder erfolgt die Abwicklung von einer Privatadresse aus?
  • Würde er ggf. die Lieferung zur Post (USPS=”US-postal-service”) bringen?
  • Versendet er auch ins Ausland?
  • Akzeptiert er eine Zahlung mit ausländischer Kreditkarte oder über Paypal?
  • Wie sind die Maße des Pakets/der Pakete?
  • Wie hoch ist das tatsächliche Gewicht?

Schritt 1: Können Sie selbst überhaupt beim Verkäufer bestellen?

Wenn der Verkäufer nicht ins Ausland verkauft (kommt häufiger vor), oder keine ausländische Kreditkarte akzeptiert (kommt noch häufiger vor) und auch kein Paypal (wegen der hohen Gebühren) nutzt, bleibt Ihnen keine andere Wahl, als auf einen Dienstleister zurückzugreifen.

Ich habe eine amerikanische Bankverbindung und Kreditkarte, sowie Postadressen in Florida und Kalifornien, um auch bei solchen Verkäufern Teile zu besorgen. Will der Verkäufer jedoch nur gegen Zusendung eines Bar-Schecks die Ware rausrücken, muss ich die Abwicklung ablehnen, da es mir zweimal passiert ist das das Geld dann “weg” war.

Schritt 2: Größe und Gewicht der Lieferung entscheidet über die Versand-Alternativen!

Zuerst einmal müssen die relevanten Maße und Gewichte ermittelt werden:

1.) Gurtmaß ermitteln

Das “Gurtmaß” wird im Transportgeschäft sehr häufig verwendet: “Gurtmaß = 1 x längste Seite + 2 x Breite + 2 x Höhe”. Für ein Paket mit den Maßen LxBxH (100cm x 30cm x 35cm) wäre das also: 100 + (2x 30) + (2x 35) = 100 + 60 + 70 = 230cm.

2.) Volumengewicht ermitteln

Das tatsächliche Gewicht spielt bei Luftfrachtversendung nur eine untergeordnete Rolle, es sei denn die Lieferung ist klein und schwer. Es gilt jeweils der höhere Betrag als relevant: Tatsächliches Gewicht, oder Volumengewicht: “(Länge x Breite x Höhe in cm) / 6.000 = Volumengewicht in kg”. Für das obige Beispiel wäre das: (100 x 30 x 35) / 6.000 = 105.000 / 6.000 = 17,5kg.

Schritt 3: Welche Versand-Alternativen sind möglich?

Den Versand per Seefracht kann ich an dieser Stelle nicht berücksichtigen, da die Laufzeiten einfach zu unübersichtlich sind. In Zukunft werde ich versuchen auch diesen Service anbieten, genaue Informationen dazu werden aber wohl erst Ende des Jahres verfügbar sein.

Bei der Luftfracht-Versendung kommt es auf die gewünschte Versandgeschwindigkeit an. Wenn Geld keine Rolle spielt, oder Sie nicht mindestens 10-14 Tage warten können, können/müssen Sie die Teile selbst per Express-Lieferung (bei USPS, UPS oder FedEx) bestellen und exorbitante Aufschläge einkalkulieren. Darauf gehe ich hier nicht ein. Es gibt grundsätzlich vier Möglichkeiten des Versandes:

1.) USPS

Der staatliche Postversender ist die preisgünstigste Variante, wenn man 10-14 Tage warten kann und das Paket die Maximalgrößen nicht überschreitet. Das Produkt nennt sich “Priority Mail International“: Maximalgewicht: 35kg je Paket. Maximalmaße: 42 Zoll (ca. 105cm) in der Länge und 79 Zoll (200cm) Gurtmaß.

Vorteil: Die Versandkostenberechnung erfolgt nach tatsächlichem Gewicht. Nachteil: Der Versender muß sich um den Versand kümmern und die Kosten auslegen. Besteht die Lieferung aus mehreren Paketen sind diese einzelnd abzurechnen. Die genauen Preisinformationen gibt es hier.

2.) UPS

Der teuerste Anbieter auf dem Markt. Deren günstigstes Produkt ist “UPS Worldwide Expedited – Future Pickup”. Laufzeit: 3-5 Tage. Maximalgewicht: 75kg je Paket. Maximalmaße: 108 Zoll (ca. 270 cm) in der Länge und 165 Zoll (ca. 415 cm) Gurtmaß.

Vorteil: Viele Händler haben Sonderkonditionen und geben diese meist 1:1 an den Kunden weiter. Nachteil: Trotzdem sind die Versandtarife exorbitant, es wird nach Volumengewicht abgerechnet und jedes Paket wird als Einzellieferung betrachtet (es sei denn der gewerbliche Versender hat Sonderkonditionen)! Wenn der Versender oder der Empfänger eine Privatperson ist, gibt es einen zusätzlichen Aufschlag. Die genauen Preisinformationen gibt es hier.

3.) FedEx

Der größte Konkurrent von UPS mit besseren Frachtraten. Deren günstigstes Produkt ist “FedEx International Economy”. Laufzeit: 4-6 Tage. Maximalgewicht: 75kg je Paket. Maximalmaße: 119 Zoll (ca. 300 cm) in der Länge und 165 Zoll (ca. 415 cm) Gurtmaß. Pakete mit einer Länge von über 108 Zoll (ca. 270cm) oder einem Gurtmaß von über 130 Zoll (ca. 330cm) beim Gurtmaß, gelten als “oversized” (=übergroß) und werden mit einem Aufschlag von 50$ berechnet.

Vorteil: Viele Händler haben Sonderkonditionen und geben diese meist 1:1 an den Kunden weiter. Es besteht die Möglichkeit mehrteilige Lieferungen als einen Vorgang abzuwickeln! Nachteil: Trotzdem sind die Versandtarife exorbitant. Es wird nach Volumengewicht abgerechnet! Wenn der Versender oder der Empfänger eine Privatperson ist, gibt es einen zusätzlichen Aufschlag. Die genauen Preisinformationen gibt es hier.

4.) Schenker

Der Anbieter über den ich Luftfrachtlieferungen anbiete. Es gibt praktisch keine Größen- oder Paketanzahl-Beschränkungen. Laufzeit: 7-14 Tage plus Versand innerhalb Deutschlands, da ich die Lieferung am Flughafen Hamburg abholen muss (60km entfernt) und nach der Bearbeitung per Post oder Spedition weiterleite (Arbeitszeit mind. 3 Stunden plus Spritgeld). Basispreis je Lieferung ist ca. 115 Euro (brutto) zzgl. Abrechnung nach Volumengewicht von aktuell (01.05.2010) 5,53 Euro (brutto) je kg. Für Lieferungen mit einfacher Übergröße (eine Seite länger als 120cm) und erweiterter Übergröße (eine Seite länger als 180cm) sind zusätzliche Aufschläge fällig, die individuell berechnet werden.

Vorteil: Ab einem Versandgewicht von 25kg oder Übergröße lohnt sich der Transport. Mehrteilige Lieferungen werden als eine Sendung behandelt! Nachteil: Abwicklung nur über mich möglich (Zusatzkosten für Handling und Abholung am Flughafen), sowie der Basispreis für die Abwicklung.

Schritt 4: Verzollung und Einfuhrumsatzsteuer

Zusätzlich zum reinen Teilepreise, sind Zoll und 19% Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten. Bei Autoteilen liegt der Zollsatz zwischen 1,5 und 4,5%. UPS und FedEx rechnen meist pauschal bei Autoteilen einen Zollsatz von 4,5% ab und erheben zusätzliche Bearbeitungsgebühren für die Verzollung. Pakete von USPS müssen Sie am Zollamt ggf. selbst abholen, bekommen dann aber die korrekten Zollsätze berechnet. Bei der Abwicklung über Schenker werden ebenfalls die korrekten Zollsätze abgerechnet. Die zugehörigen Zollnummern muss ich jedoch übermitteln und einzelnd auflisten. Mehr Arbeit, aber meist eine Ersparnis.

Schritt 5: Die Entscheidung – Selber machen oder mich beauftragen?

Wenn Sie es sich zutrauen die Bestellung in den USA selbst vorzunehmen, mit Kreditkarte/Paypal bezahlen können, sowie der Versand mit USPS möglich ist, sollten Sie es selbst machen. Ist der Versand über USPS nicht möglich, wird die Abwicklung über mich “in der Regel” günstiger. Pauschal kann man dies aber nicht sagen, daher …

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